Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung der Energiewirtschaft

Aus­ufern­de Regu­lie­rung: War­um der Gesetz­ge­ber die Ener­gie­wen­de selbst ausbremst

Heu­te durf­te ich bei der edna-Ver­an­stal­tung in Sau­er­lach bei Mün­chen vor Stadt­wer­ke-Mit­ar­bei­tern spre­chen – über ein The­ma, das vie­le in der Bran­che ken­nen, wel­ches aber noch nicht deut­lich genug ange­spro­chen wird: Die aus­ufern­de Büro­kra­tie in der Energiewirtschaft.

Nach 25 Jah­ren Bera­tung von Stadt­wer­ken und Ener­gie­un­ter­neh­men zeigt sich für mich immer deut­li­cher: Nicht der Wil­le zur Trans­for­ma­ti­on fehlt – son­dern Umsetz­bar­keit und „Ver­kauf­bar­keit“.

Der Gesetz­ge­ber pro­du­ziert immer neue Infor­ma­ti­ons­pflich­ten, Doku­men­te und Detailregelungen.

Doch aus Kun­den­sicht pas­siert oft das Gegen­teil von dem, was eigent­lich beab­sich­tigt ist:

  • Ver­trags­zu­sam­men­fas­sun­gen, die nie­mand liest
  • Infor­ma­ti­ons­pflich­ten, die mehr­fach red­un­dant sind
  • Strom­kenn­zeich­nun­gen mit einem Detail­grad, den kaum ein Kun­de benötigt
  • Rege­lun­gen, die in der Pra­xis kaum mas­sen­taug­lich umsetz­bar sind.

Das Ergeb­nis?

  • höhe­re Kos­ten für Stadtwerke
  • kom­ple­xe­re Produkte
  • ver­lang­sam­te Energiewende.

Und beson­ders betrof­fen: klei­ne­re und mitt­le­re Versorger.

Mein Ein­druck aus vie­len Pro­jek­ten und auch aus der Dis­kus­si­on vor Ort: Die Vor­ga­ben des Gesetz­ge­bers gehen oft an der Rea­li­tät der Ver­brau­cher vor­bei. Des­halb braucht es jetzt mehr als nur Kri­tik: Wir brau­chen kon­kre­te, umsetz­ba­re Alter­na­ti­ven und einen Rea­li­täts-Check für bestehen­de und künf­ti­ge Regelungen.

Denn eines ist klar: Wenn wir die Kom­ple­xi­tät nicht redu­zie­ren, wird die Ener­gie­wen­de unnö­tig teu­er, lang­sam – und schwer vermittelbar

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